Rosenkranz

Der Rosenkranz ist schlicht und doch von unauslotbarer Tiefe. Vor dem Hintergrund des Grußes, den der Engel Gabriel an Maria richtete, ziehen die wichtigsten Ereignisse des Lebens Jesu vorbei: die Geheimnisse der Menschwerdung, der Passion und des Ewigen Lebens.

Die stete Wiederholung, die einfachen Bilder, die ruhige Melodie der Worte machen den Rosenkranz zu einem Gebet des Verweilens vor Gott, zu einem Gebet der Betrachtung. Mit Maria, die ihm am nächsten stand, blicken wir auf Jesus. Seine Mutter, die aus der Tiefe ihres Wesens heraus Ja sagte zum Erlöser, bringt ihn - Perle für Perle - dem Beter. Aufmerksam gesprochen führt der Rosenkranz in eine ruhige Vertrautheit mit den Heilsgeheimnissen. Dabei kann Veränderung geschehen. In den Zeitschriften der geistlichen Erneuerungsbewegungen finden sich Zeugnisse von Menschen, deren Glauben sich vertiefte und deren Existenz in geordnete Bahnen kam, nachdem sie angefangen hatten, regelmäßig den Rosenkranz zu beten.

Nicht zuletzt können wir in die Abfolge der Geheimnisse des Lebens Jesu alles einschließen, was uns beschäftigt: Familie, Freunde, Arbeit, Kirche, die ganze Welt. Für Johannes Paul II. war der Rosenkranz das Gebet des Friedens schlechthin. Er war überzeugt: „Zur Unterstützung unseres Betens kommt uns Maria zu Hilfe. Die beharrliche Anrufung der Mutter Gottes stützt sich auf das Vertrauen, dass ihre mütterliche Fürsprache beim Herzen ihres Sohnes alles vermag.“