Maria unterm Kreuz

muk

Die Pfarrei Maria unterm Kreuz entstand 1985 als zweite „Tochter“ der Pfarrei Sankt Ulrich mit Anton Siegel als Pfarrer. Das erste Pfarrhaus befand sich in einem Einfamilienhaus in der Kemptener Straße; für Gottesdienste und Begegnungen stellte die Ev.-Luth. Kirchengemeinde ihr Martin-Luther-Haus gastfreundlich zur Verfügung. Dann wurde am Ende der Mindelheimer und der Kemptener Straße, neben der Grundschule West, unter Leitung des Architekten Hugo Fischer die moderne Kirche zusammen mit dem Pfarrheim erbaut und am 28. November 1993 durch Bischof Viktor Josef Dammertz geweiht.

Der lichte Achteckraum mit Empore, Kapelle und Sakristeiräumen ist angebaut an den Pfarrheimkomplex; zusammen mit Pfarrer- und Mesnerwohnung und dem freistehendem Glockenturm umschließen die Gebäude mit überdachtem Umgang von drei Seiten den Kirchplatz, was diesem zu einer einladend-wohnlichen Wirkung verhilft. Es war einer der letzten Kirchen-Neubauten in der Diözese Augsburg. Als erstes Gremium in der Pfarrei war ein Kirchenbauverein gegründet worden, der nach dem Kirchenbau noch die Anschaffung der fünf Glocken (Weihe 17.10.1999), die Orgelerweiterung (2003) und die Ausgestaltung der Kapelle (2007) mit unterstützte. Die Emporenorgel von 1993 (einmanualig mit Pedal), Opus 18 des Orgelbauers Josef Maier aus Hergensweiler, erhielt mit der Erweiterung ein zweites Manual mit wichtigen Registern. Die einheitliche künstlerische Ausstattung der Kirche, die mit dem Bau Hand in Hand ging, stammt vom Bildhauer Friedrich Koller (Laufen). Alle Bildhauerwerke im Innenraum sind aus französischem Muschelkalk gearbeitet. Hervorzuheben sind das umlaufende Schriftband mit dem „Magnificat“, das zentrale, auf das Patrozinium Bezug nehmende Hochkreuz in der zentralen Konche und die sinnreich auf das Kreuz hin zulaufend angeordneten Elemente vom Portal über Taufbrunnen und Altar.

Koller übernahm auch die spätere Ausgestaltung der ursprünglich schmucklosen Kapelle mit eingespannten Zeltbahnen in Goldton mit Engelmotiven. Zentrale Elemente der Kapelle sind der Altar und eine 2007 erworbene Marienikone. 1996 erhielt auch der Pfarrsaal eine Arbeit von Koller, das Kreuz aus Edelstahl in der Raumecke. 2014 wurde im Dachgeschoß des Pfarrheims ein weiterer Gottesdienst- und Gebetsraum („Meditationsraum“) ausgebaut. So bietet Maria unterm Kreuz zwar nicht den größten Kirchenraum in Königsbrunn, aber doch viele variable und bedarfsgerechte räumliche Möglichkeiten für liturgische und spirituelle Feiern und Begegnungen.