Kleine Christliche Gemeinschaften

Ein pastoraler Ansatz in der Weltkirche

Kleine Christliche Gemeinschaften (Small Christian Communities, KCG) sind dort, wo es große Pfarreien und nur wenige Priester gibt, vor allem in Afrika und Asien, längst zur tragenden Säule des katholischen Lebens im Sinne des II. Vatikanischen Konzils geworden. In Deutschland hat dieses partizipative Konzept lebendigen Kirche-Seins zuerst in norddeutschen Diözesen Fuß gefasst. KCG sind eigentlich keine Gruppen, sondern nachbarschaftliche Untergliederungen der Ortskirche. Die Mitsorge für die Gemeinde durch Getaufte und Gefirmte bringt das alltägliche Wohl und Wehe der Menschen in Beziehung mit Gott und macht es unabhängig von der Präsenz des zuständigen Pfarrers.

Sich einbringen

Alle können sich in einer KCG gleichberechtigt zusammenfinden und einander ermutigen, Aufgaben zu übernehmen. Ständiger Bezug ihres Handelns ist das Wort Gottes. Obwohl die KCG zusammen betet und das Bibel-Teilen in sieben Schritten übt, dient sie also nicht vorrangig der Erbauung des Einzelnen oder dem Kennenlernen der Bibel, sondern ist der Gemeinde verpflichtet. Weil die Evangeliumstexte des jeweils nächsten Sonntags gelesen werden, besteht eine enge Verbindung mit der Verkündigung an die ganze Gemeinde. Für die Treffen muss sich keiner speziell vorbereiten; alle können sich direkt aus dem Alltag heraus für Gott öffnen.

 

Eine Gemeinschaft, die wachsen soll

In einer Gemeinde wie unserer PG Königsbrunn, wo die pastorale Versorgung noch gut ist und es viele soziale Dienste unter hauptamtlicher Leitung gibt, hat die KCG natürlich nicht die gleiche Bedeutung wie in den Entwicklungsländern. Diese Glaubenspraxis kann aber bei der Erneuerung der Kirche, die rasch von einer Traditions- und Versorgungskirche zu einer Überzeugungs- und Bekenntniskirche wird, eine wichtige Rolle spielen. Wir treffen uns seit 2012, überwiegend Frauen und Männer, die in der Gemeinde aktiv sind, hoffen aber, dass diese Form des Kirche-Seins viele anspricht, um weiter wachsen und mehrere Gruppen je nach Wohngebiet bilden zu können. Die Treffen sind zur Zeit alle zwei Wochen mittwochs um 20 Uhr und dauern eine gute Stunde.